
Ein persönlicher Rückblick auf zehn Jahre Selbstausbau-Blog
Im Jahr 2016 habe ich die Website camperbau.ch ins Leben gerufen. Damals habe ich dort meinen kompletten Camper-Selbstausbau dokumentiert – einen Sprinter, den ich Schritt für Schritt zu unserem „Pacvan“ ausgebaut habe. Ziel war es, meine Erfahrungen zu teilen, Lösungen zu dokumentieren und anderen Menschen beim eigenen Ausbau zu helfen.
Rückblickend hat sich diese Seite zu einer wertvollen Ressource für viele entwickelt. Über die Jahre habe ich zahlreiche Rückmeldungen erhalten, Fragen beantwortet und gemerkt, dass die Inhalte tatsächlich genutzt wurden. Das freut mich bis heute sehr.
Wie sich der Camper-Selbstausbau verändert hat
In den letzten zehn Jahren hat sich im Bereich Camper-Selbstausbau enorm viel getan. Was früher oft mühsam zusammengesucht werden musste, ist heute fast im Überfluss vorhanden:
Unzählige Blogartikel, YouTube-Kanäle, detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen, spezialisierte Shops und professionelle Anbieter prägen inzwischen den Markt.
Der Selbstausbau ist damit zugänglicher geworden – aber auch kommerzieller. Viele Lösungen sind standardisiert, vieles ist „fertig kaufbar“. Das ist grundsätzlich positiv, verändert aber auch den Charakter des Themas. Der Pioniergeist der Anfangsjahre ist ein Stück weit verloren gegangen.
Warum ich meinen Camper verkauft habe
Nach der Covid-Pandemie habe ich meinen Camper verkauft. Nicht aus einem einzelnen Grund, sondern eher aus einer Summe von Veränderungen heraus.
Ich habe den Camper schlicht zu wenig genutzt. Gleichzeitig fühlte sich das Reisen nicht mehr gleich an wie früher. Gerade in der Schweiz stehen heute sehr viele Camper auf Parkplätzen, Stellplätzen und Passstrassen. Die gefühlte Freiheit, die mich ursprünglich zum Ausbau motiviert hatte, war kaum noch da. Und das Ausbau-Projekt war wahrscheinlich spannender als spätere Reise-Erlebnisse damit. Und der Unterhalt nahm auch viel Zeit in Anspruch – bei einem Camper gibt es immer etwas zu reparieren und zu putzen. Diese Zeit habe ich lieber in unser nächstes Projekt investiert.
Der Schritt zum Tiny House
Gemeinsam mit Nathalie haben wir uns entschieden, ein Tiny House zu bauen. Kein fahrender Untersatz mehr, sondern ein bewusst reduzierter, stationärer Lebensraum. Unser Plan ist, fünf Jahre lang autark darin zu leben – mit selbst produziertem Strom, eigener Wasserversorgung und möglichst unabhängigen Systemen. Während 4 Jahren (teilzeit) haben wir unser Tiny House selber ausgebaut und sind jetzt soweit, dass wir es endlich ausprobieren können.
In vielerlei Hinsicht ist das Tiny House eine logische Weiterentwicklung aus dem Camperbau heraus:
- begrenzter Raum
- Fokus auf Technik und Systeme
- Eigenverantwortung für Energie und Wasser
- bewusster Umgang mit Ressourcen
Der Massstab ist ein anderer, die Komplexität teilweise höher – aber die Grundidee bleibt dieselbe.
Worum es auf diesem Blog künftig gehen wird
Auf diesem Blog möchten wir den Tiny-House-Bau und das autarke Leben darin dokumentieren. Nicht als Hochglanz-Projekt, sondern möglichst realistisch und nachvollziehbar. Uns geht es nicht darum zu zeigen, wie schön alles ist, sondern auch darum, was es konkret bedeutet:
- den gesamten Strombedarf selbst zu produzieren
- Wasser zu sammeln, aufzubereiten und zu speichern
- mit begrenzten Ressourcen langfristig zu leben
- wie das ganze Projekt gesetzlich in der Schweiz möglich ist
Wenn wir damit andere Menschen inspirieren können, umso besser. Mindestens möchten wir aber transparent aufzeigen, welche technischen, organisatorischen und auch mentalen Herausforderungen damit verbunden sind, und wie sowas in der Schweiz überhaupt möglich ist, mit allen Regeln und Bauvorschriften. Das Tiny House ist schon fast fertig gebaut, den Ausbau haben wir nicht so exakt dokumentiert, können auf diesem Blog aber trotzdem ein paar Einblicke geben.
Abschied von camperbau.ch
Die Website camperbau.ch werde ich nicht weiter betreiben. Die Inhalte sind über die Jahre veraltet, und der Fokus hat sich klar verschoben. Sie war ein wichtiges Kapitel, aber eben eines, das abgeschlossen ist.
Hier ist trotzdem noch eine kleine Bildergalerie zum Andenken ans Pacvan / Camperbau-Projekt:









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